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Die Spiegelschafe sind im Vergleich zu anderen Schafrassen anspruchslos, aber nicht ohne Ansprüche.

Fütterung

Zuchtziel dieser Rasse ist eine mittlere Mastfähigkeit auf der Basis von Raufutter. Bei Futter von guter Qualität, das genügend zur Verfügung steht, ist das auch ausreichend. Die Auen legen mit ihrer Milchleistung die Grundlage für eine gute Mastleistung. Wenn sie in einem guten Ernährungszustand sind, können sie dies auch leisten. Besonders im Winterhalbjahr darf aber schon etwas zugefüttert werden, ohne gegen das Zuchtziel zu verstossen, vor allem wenn keine hohe Heuqualität, wie belüftetes Heu oder Emd angeboten werden kann. Oft ist es Bodenheu oder –emd, das erst Mitte Juni geschnitten worden ist. Genügend frisches Wasser (bei Heufütterung bis zu 4 Liter für ein Mutterschaf) sowie spezielles Mineralsalz muss immer bereit gestellt werden.

  • Kein verschimmeltes Futter verfüttern.
  • Futterbedarf: Mittlere Weide ca. 7 Muttertiere pro ha
  • Gute Weide ca. 13 Muttertiere pro ha
  • Tagesbedarf bei reiner Heufütterung ca. 1.8 – 2.5 kg pro Schaf
     
     
           
    Schafstall

Im Winter ist es von Vorteil, wenn man die Schafe einstallen kann, es erleichtert das Arbeiten und die Aufzucht von Mehrlingsgeburten. Zudem hat die Weide eine Ruhepause, so dass sich parasitäre Krankheiten weniger verbreiten können.
Der Stall kann einfach, muss aber gut belüftet sein. Es darf sich keine feuchte Wärme bilden. Die Fensterfläche muss mindestens 20 % betragen (man soll im Stall die Zeitung lesen können).
Vorteilhaft ist eine ausreichende Stallhöhe, damit man richtig stehen kann. Bei Tiefstreue sollte der Mist mit einem Frontlader entfernt werden können. Eine Unterteilung des Stalles mit Gattern für Buchten zum Ablammen, zur Pflege kranker Tiere, oder zur gezielten Fütterung der Lämmer (Lämmerschlupf) ist empfehlenswert. Für das Raufutter sind Wandraufen geeignet. Platzsparend sind Doppelraufen, die auch zur Raumtrennung verwendet werden können. Die Länge der Raufe richtet sich nach der Anzahl der Schafe. Der Tagesbedarf sollte darin Platz haben. Bei grösseren Beständen lohnt sich eine Rundraufe, die vom oberen Boden oder mit dem Frontlader gefüllt werden kann. Heu, Stroh, und Kraftfutter müssen trocken gelagert werden.

Platzbedarf:

  • Für ein Mutterschaf mit Lämmern Bodenfläche ca. 1.5m2
  • Für ein Mutterschaf mit Lämmern Krippenlänge ca. 40 cm.
  • Ein Winterauslauf ist von Vorteil, morastigen Boden jedoch vermeiden (Parasiten). Ein befestigter Hofplatz genügt als Winterauslauf.
     
           
   

Weide

Die Genügsamkeit des Schafes ist sprichwörtlich. Das Spiegelschaf ist besonders geeignet, rohfaserreiches Raufutter mit geringem Nährwert zu verarbeiten. Es gedeiht auch noch auf Ödflächen und Brachland, das anderen Nutztieren keine Ernährungsgrundlage mehr bietet. Der Darm eines Schafes hat die 25 fache Körperlänge (Rind 20 fach, Pferd 12 fach).
Viele Grenzertragsböden werden nicht mehr bewirtschaftet und verwahrlosen rasch. In letzter Zeit hat man die Bedeutung des Schafes zur Landschaftspflege erkannt. Das Schaf hält im Frühjahr durch den Verbiss der frisch austreibenden Büsche die Verbuschung in Schach. Die Weiden müssen auch gepflegt werden: abgeweidete Flächen sind nachzumähen (Reinigungsschnitt), weil Disteln nur als Jungpflanzen und Brennnesseln nur im angedörrtem Zustand gefressen werden. Weideflächen mit stauender Nässe meiden, weil auch das Spiegelschaf dort verschiedene Krankheiten auflesen kann (Moderhinke, Leberegel).
Die Gefahr der Verbreitung parasitärer Erkrankungen ist bei der Koppelhaltung sehr gross. Es kommt leicht zu einer Verseuchung der Weide mit langlebigen Parasiten. Deshalb ist die Umtriebsweide vorteilhaft, weil die Parzellen innert 2 Wochen abgeweidet werden.
 
Schattenspender
 

Als Schattenspender und Regendach genügen Bäume. Weidehütten bergen die Gefahr, dass Krankheiten übertragen werden, da die Schafe oft in oder ausserhalb der Weidehütte im Morast stehen.
 

     
           
   

Parasitenbefall

Parasiten sind ein Problem für jeden Schafzüchter. Die meisten Rundwurmarten sowohl im Tier, wie auf den Weiden, können überwintern. Die Bandwürmer überleben in ihren Zwischenwirten (Moosmilben) bis zu 2 Jahren. Auch Leberegel (Zwischenwirt Schnecken und Ameisen) und Lungenwürmer sind gefährlich. Übrigens ist nur der Bandwurm von blossem Auge erkennbar (kleine weisse Glieder oder kurze Würmchen auf dem Kot), alle anderen Wurmarten sind nur durch Laboruntersuchungen des Kotes nachzuweisen. Für gesunde und leistungsfähige Spiegelschafe braucht es eine regelmässige Entwurmung. Besonders Lämmer und Jungtiere sind anfällig und müssen ab der 3. Woche regelmässig im Abstand von 6 Wochen entwurmt werden. Achtung: Um eine Resitenz gegen Würmer zu vermeiden, genügend eingeben und das Wurmmittel regelmässig wechseln!
 

Pflege

Sauberkeit im Stall, bei den Tränken und auf den Weiden sowie das Scheren der Schafe (mindestens einmal pro Jahr) und die regelmässige Klauenpflege (mindestens 3 Mal im Jahr) sind unabdingbar für einen gesunden, wüchsigen Schafbestand.

     
         
    Fragen

Bei Unsicherheiten und Fragen wenden Sie sich an Ihren Experten, Tierberater oder einen erfahrenen Schafzüchter oder Tierarzt.

Fachliteratur

Zucht und Haltung des Schafes
Nic Issler, Landwirtschaftliche Lehrmittelzentrale, 3052 Zollikofen
http://shop.edition-lmz.ch/

Schafe als Haustiere
Hans Alfred Müller

Das Schaf
Heinz Werner, Lehrmeister Bücher

Forum Die Fachzeitschrift für den Kleinwiederkäuer-Halter
(kann zum vergünstigtem Preis von Fr. 27.– bei der Kassierin
Nicole Ambühl, Proplaun, Masein, 7408 Cazis
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